Über Rohrreinigung Gallert

Mike Gallert klärt auf, warum alle Klischees zur Tätigkeit einer Rohrreinigungsfirma falsch sind. Zum einen kämen er und seine Leute gar nicht direkt mit Fäkalien in Berührung, zum anderen machten modernste Kamera-, Mess- und Steuerungstechnik den Beruf heute anspruchsvoll und vielseitig. „Und das Wesentlichste hab ich noch gar nicht erwähnt: die Herausforderung nämlich, dass man es bei jedem Einsatz mit ganz unterschiedlichen Menschen und Situationen zu tun hat und oft erst vor Ort eine Lösung finden kann! Mal erlebt man völlig hilflose oder panische Senioren, deren Küche überschwemmt ist und die gar nicht wissen, woher das Wasser stammt. Ein anderes Mal kommt ein Notruf wegen übler Gerüche von Nachbarn, während die Hauseigentümer grade im Urlaub sind.“

Auch die Rahmenbedingungen seien jedes Mal andere. „Ob der bauliche Zugang für eine Kamera-Befahrung eines Kanals passt oder ob man in einem Schacht bis zum Verbindungsrohr vordringen kann – das weiß man vorher meistens nicht!“ Er selbst könne öfter mal nicht einfach so in einen Schacht klettern oder sich schnell unter ein Küchenspülbecken legen, grinst der 1,94 Meter große und athletisch gebaute Hüne. Einer seiner drei Mitarbeiter, ein Italiener, sei da viel geeigneter.

Firmenphilosophie

  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Sauberkeit
  • Fairness

Leistungen

  • SAT-TV Kamera Fahrzeuge
  • Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610
  • Ortungsarbeiten (GPS)
  • Kamera-Inspektion
  • Spezial-Fräsen
  • Rohrsanierung
  • Fett-Abscheider Reinigung
  • Fett-Absaugung
  • Fäkalien-Absaugung
  • Betonit-Absaugung
  • Hochdruckspühlen
  • Dachrinnenreinigung

Mike Gallert, 1975 geboren, ist ein Ditzinger und man könnte sagen, dass er eigentlich nie aus der Heimatstadt herausgekommen ist. Das aber trifft nur für ihn als Privatmann zu. Mit seinem Firmenwagen nämlich muss er oft und viel weiter „raus“ als ihm lieb ist. Bei einem der letzten Samstags-Noteinsätze waren es wieder mehrere hundert Kilometer. Trotz fehlender Freizeit und trotz des großen Einzugsgebiets: Mike Gallert ist, nach kleineren Umwegen, in seinem Wunschberuf angekommen!

Als Siebenjähriger war er längere Zeit schwer krank. Danach war alles ein wenig anders und auch seine weitere ‚Schulkarriere‘ betroffen. So machte er nach der Schule eine Ausbildung zum Metzger, dann noch eine zweijährige zum Koch – und arbeitete dann doch nicht in diesen Berufen, sondern ging auf den Bau, wo er als Geräteführer im Industrieabbruch sein Geld verdiente. Während dieser Zeit war er ein paar Mal von Bekannten gefragt worden, ob er mal schnell mitkomme – da sei ein Verwandter, der es mit verstopften Rohren zu tun habe. Mike sagt von sich, er habe schon damals ein Helfersyndrom gehabt, sei halt mitgegangen. Aus den Einblicken ins Arbeitsgebiet der Rohr- und Kanalreinigung sei später die Idee entstanden, mit seiner damaligen Freundin zusammen eine Firma zu gründen, eine Firma, die 13 Jahre lang existierte.

Im Januar 2017 aber hieß es für ihn mit aller Konsequenz: alles auf null! In seiner heutigen GmbH ist er alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer, alles in einer Person. Aber an seiner Seite gibt es drei Mitarbeiter, die so gut, ehrlich und verlässlich arbeiten, dass er an Expansion denkt. Die Auftragslage gibt es her. Eine große Hilfe ist für ihn auch, dass seine Mutter ihm im Büro den Rücken frei hält. „Aber Sie kennen sich auch selbst mit allem aus? So Angebotserstellung, Buchhaltung, Verträge? Alles autodidaktisch angeeignet?“, frage ich, mit Blick schräg nach oben. Er bestätigt es (es reizt mich zu schreiben: der Sitzriese nickt).

Die vier Fahrzeuge seiner Firma sind sein Eigentum. „Keine Schulden, keine Leasingverträge, alles selbst erarbeitet. Darauf bin ich stolz“, sagt er. Ein einzelnes Fahrzeug, voll ausgestattet mit Kamerasystem und Hightech, kostet 180.000 €! „Hatten Sie nie Existenzängste?“, frage ich. Mike Gallert erzählt ein bisschen: Angesichts der Erfahrungen vom Bau, wo schlechte Zahlungsmoral oft auch leistungsfähige Betriebe in Schieflage bringe, seien ihm die Risiken natürlich immer bewusst. Aber mit seinem breiten Kunden- und Leistungsspektrum und dem großen Einzugsgebiet sei die Situation kalkulierbarer. Er nehme auch nicht mehr jeden Auftrag an, auch da habe er dazugelernt. Außerdem sei er grundsätzlich zuversichtlich. „Bei 1.000 verschlossenen Türen gibt es am Schluss immer eine, die aufgeht. Das sind meine Erfahrungen und das ist meine Überzeugung!“, sagt er. Das brauche Hartnäckigkeit und Geduld, und die habe er. Das glaubt man ihm sofort!

Geduld und Gelassenheit braucht er auch immer dann, wenn er auf Kunden trifft, die Wunder erwarten oder ihn bzw. seine Mitarbeiter herablassend behandeln. Dann denkt er sich seinen Teil. Aber manchmal reicht das nicht. „ Und dann?“, frage ich – und bitte um ein Beispiel. Gallert erzählt von einem jungen Mann in einem großen Brauereibetrieb, dessen Hauptaufgabe es ganz offensichtlich war, Sohn zu sein. Verwöhnter Sohn. „Der hat uns wie Dreck behandelt. Da musste ich laut werden“, schmunzelt mein Gesprächspartner. „Sehr laut! Aber nicht ich, sondern der hat sich später entschuldigt.“

Seine Ansprüche an ordentliche Erledigung aller Aufträge – da bleibt keine Freizeit. 365 Tage, 24 Stunden für Notrufe erreichbar sein: Wie kann man das als Firma absichern? „Meine Mitarbeiter haben Familie. Da versuche ich so viel Rücksicht wie möglich zu nehmen und fahre oft selber zu den Kunden“, erzählt er.

Das Leistungsspektrum der Gallert- GmbH umfasst Abflussreinigung in Küche und Bad, Kamera-Inspektion von Leitungssystemen, Rohrsanierung ohne Aufgrabung, Hochdruckspülen, Absaugungen aller Art bis hin zur Dachrinnenreinigung. Ab 15. Januar 2018 wird noch die Schädlingsbekämpfung entsprechend Tierschutzgesetz Paragraph vier hinzukommen. Dabei gehe es um Wirbeltiere, erklärt mir mein Gesprächspartner. „Wirbeltiere?“, frage ich irritiert. Und ahne bereits – es geht da vor allem um Ratten! „Ja“, bestätigt der Mann im Arbeitsoverall mit leichtem Grinsen, weil meine Stimme ein gewisses Grauen verrät. „Wir sind mit unseren Geräten ja sowieso vor Ort, da, wo der Schädlings- befall ist“, fügt er hinzu. Auf das Thema kommen wir noch zurück.

Zuvor will ich wissen, ob es für seine Firma schon weitere Überlegungen gibt, was die Zukunft an neuen Aufgaben und Lösungswegen bringen wird. „Klar, die Technik entwickelt sich ja immer weiter. Hinsichtlich Kanalsanierungen, Inlinesystemen, Rohrreparaturen ohne Erdreichaufgrabung deutet sich längst Neues an. Das braucht Mitarbeiter mit viel Technikverständnis, vor allem aber Zusammenhangswissen!“, betont er. Gleichzeitig müssten seine Leute aber auch gut mit Kunden klar kommen und was vom Bau verstehen. „Neues ist ja nicht immer besser. Die Baumaterialien und Komponenten, die in Kanal- und Rohrsystemen heute verarbeitet werden, und leider auch die Qualität der Bauausführung sind manchmal so, dass da schnell was verstopft oder durchlässig wird.“

Etwa die Hälfte von Gallerts Aufträgen kommt von Hausverwaltungen, die andere von Privatkunden. Kein Auftrag ist wie der andere. Selbst die Jahreszeiten und die Witterungslage spielen eine Rolle – wie im Oktober, wo sie wegen Starkregens oft Grundleitungen überprüfen mussten. Nicht nur bei akuten Schadensfällen sind die Rohrreiniger gefragt, sondern auch präventiv, weil jeder Gebäudeeigentümer für die Dichtheit seiner Rohre sorgen, den Austritt von Fäkalien verhindern, seiner Nachweispflicht turnusmäßiger Dichtheitsprüfung gemäß Wasserhaushaltsgesetz nachkommen muss.

Was ihn ärgert, sind die schwarzen Schafe, die auch im Bereich der Rohr- und Kanalreiniger zahlreich auftreten, oft mit Lockangeboten über die Gelben Seiten, wo die Leute schnell nachschlagen, wenn sie einen Notfall haben. „Und in so einer Situation zahlen die dann auch bar, freuen sich über den günstigen Preis und sind zufrieden, wenn‘s plötzlich wieder abfließt in der Toilette.“ Aber kurze Zeit später ist‘s dann oft wieder so weit. Soll heißen: so zu. Zertifizierte Fachbetriebe wie der von Mike Gallert, der ja Prüfungen ablegen, Nachweise und Dokumentationen erbringen muss, haben es mit den schwarzen Schafen der Branche nicht leicht. „Gute verlässliche Arbeit kostet nun mal was! Ich muss meine Leute bezahlen, muss für die Fahrzeuge und die ganze Technik aufkommen!“, sagt er.

Regelrecht zum Zivilisationskritiker wird der junge Firmenbesitzer beim Thema, wie furchtbar ‚oberflächlich‘ die meisten von uns die Welt sehen. Auch in Ditzingen. Denn es gibt auch das Leben unter Tage, die Welt drunter. Das Kanalnetz der Stadt sei inzwischen so marode, dass einem das kalte Grausen kommen könne. Oben werde die Stadt immer adretter und luxuriöser, unten kaputter und ekliger. Oben hui, unten pfui fällt einem da ein. „Und die Konsequenzen?“, frage ich. Der Mann mir gegenüber zuckt die breiten Schultern. „Totalausfälle, dramatische Schadensereignisse?“, deutet er Szenarien an, über die man nicht weiter nachdenken mag.

„Aber auch die Bürger sind Schuld, dass es da unten so wüst aussieht! Tonnen von Feuchttüchern und Hygieneartikeln werden einfach so in die Kanalisation entsorgt!“ Mike Gallert redet sich ein bisschen in Fahrt, aber er wählt die Worte weiterhin präzise, Sorge und Verärgerung in der Stimme halten sich die Waage. „Jeder rümpft die Nase, wenn er über unsere Arbeit und über das Kanalisationssystem redet. Hauptsache oben riecht alles nach Lavendel. Man ist ja so reinlich und nutzt eifrig die vielen Tüchlein und Lotions, die die Kosmetikindustrie einem empfiehlt. Aber was unten, im finsteren Bereich, rauskommt…“ Er sieht bei dieser Vorstellung auch finster aus. Am schlimmsten sei, wenn die Leute das Spülbecken als Abfalleimer benutzen oder Essensreste ins Klo schütten. Das sei ja so bequem! „Aber damit lockt man Ratten an! Wo eine erste ist, findet auch schnell eine zweite hin. Und dann…“

Ich bringe New York und Neapel ins Gespräch, wo die Rattenpopulation kaum noch einzudämmen ist. Millionen von Ratten! „Hier doch auch!“, sagt er und erzählt von einem Einsatz, wo eine Grundleitung völlig verstopft war. Ursache unbekannt. Aber dann… die weitere Abklärung der Sache durch eine Kanalbefahrung ergab, dass es Hunderte von Ratten und ihre Nestbauten waren, die den Kanal verstopft hatten. Ich höre mir an, wie es mit dieser Verstopfung weiterging. Krimi, Dramatik! Aber ich schreibe hier nicht weiter darüber! So viel aber noch: auch mit den Ratten kommen Gallert und seine Mannen natürlich nicht direkt in Berührung, sondern sie sind auch da mit modernster Technik und Spezial-Knowhow ausgestattet, um in der Unterwelt wieder für Durchfluss zu sorgen.

Ein attraktiver Beruf? Interessant und herausfordernd auf jeden Fall!

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